Analyse April 2026 12 Min. Lesezeit

Erasmus+ Top-Ups: Mehr Chancengleichheit bei Auslandsaufenthalten | Alphabees

Eine DAAD-Umfrage zeigt: 60 Prozent der geförderten Studierenden hätten ohne Top-Ups auf einen Auslandsaufenthalt verzichtet. Was bedeutet das für Hochschulen und ihre Unterstützungsstrukturen?

Erasmus+ Top-Ups für Studierende – Junge Frau vor Flughafen-Anzeigetafel

Akademische Mobilität gilt als Schlüsselqualifikation für den europäischen Arbeitsmarkt. Doch nicht alle Studierenden haben die gleichen Voraussetzungen, einen Auslandsaufenthalt zu realisieren. Eine aktuelle Umfrage der Nationalen Agentur für Erasmus+ Hochschulzusammenarbeit im DAAD unter knapp 7.000 Studierenden zeigt nun: Gezielte finanzielle Zusatzförderung kann diese Ungleichheit wirksam reduzieren. Die Ergebnisse liefern wichtige Impulse für Hochschulen, die ihre Unterstützungsstrukturen weiterentwickeln wollen.

Die Wirkung der Top-Ups: Zahlen, die überzeugen

Seit 2021 können Studierende mit geringeren Chancen im Erasmus-Programm zusätzlich zu ihrem regulären Teilstipendium 250 Euro pro Monat erhalten. Diese sogenannten Top-Ups richten sich an vier Zielgruppen: Erstakademiker:innen, Studierende mit Kindern, erwerbstätige Studierende sowie Studierende mit chronischer Erkrankung oder Behinderung. Die Mittel in Höhe von 57 Millionen Euro für die Jahre 2022 bis 2027 stammen aus dem Europäischen Sozialfonds+.

Die Umfrageergebnisse sind eindeutig: Mehr als 60 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich den Auslandsaufenthalt ohne den Aufstockungsbetrag finanziell nicht hätten leisten können. Knapp 70 Prozent berichteten zudem, dass sie mit der Erasmus-Förderung einschließlich des Aufstockungsbetrags den Großteil ihrer Kosten im Ausland decken konnten.

DAAD-Präsident Joybrato Mukherjee bringt es auf den Punkt: Akademische Mobilität darf nicht vom Elternhaus oder der Lebenssituation abhängen. Es braucht gezielte sozialpolitische Maßnahmen, damit möglichst alle Studierenden die Chance auf einen Auslandsaufenthalt erhalten.

Über die reine Finanzierung hinaus: Konzentration und Erfolg

Die Wirkung der Top-Ups beschränkt sich nicht auf die finanzielle Dimension. Viele Befragte gaben an, dass der Aufstockungsbetrag dazu beigetragen habe, sich stärker auf Studium oder Praktikum im Ausland konzentrieren zu können. Wer nicht nebenbei jobben muss, um den Auslandsaufenthalt zu finanzieren, kann die Zeit intensiver für Lernen, Networking und persönliche Entwicklung nutzen.

Auch der persönliche und berufliche Mehrwert des Aufenthalts wurde von den Befragten sehr positiv bewertet. Dr. Stephan Geifes, Direktor der NA DAAD, betont die strategische Bedeutung: Die Top-Ups wirken als Hebel. Sie mindern finanzielle Risiken und eröffnen Studierenden mit geringeren Chancen echte Mobilitätsoptionen. Erasmus+ stärkt damit nicht nur individuelle Bildungswege, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit Europas.

Internationale Erfahrungen fördern interkulturelle Kompetenzen, Sprachkenntnisse und berufliche Flexibilität – Qualifikationen, die für den europäischen Arbeitsmarkt und für das Führen vielfältiger Teams in Deutschland immer wichtiger werden.

Was Hochschulen aus den Ergebnissen lernen können

Die DAAD-Umfrage belegt eindrucksvoll, dass finanzielle Hürden der Hauptgrund sind, warum Studierende aus bestimmten Gruppen auf Auslandsaufenthalte verzichten. Für Hochschulen und Weiterbildungsanbieter ergeben sich daraus mehrere Handlungsfelder:

Proaktive Information:
Viele förderfähige Studierende wissen nicht, dass sie Anspruch auf Top-Ups haben. Hochschulen sollten gezielt auf diese Gruppen zugehen und niedrigschwellig informieren.
Beratungskapazitäten:
Die Antragstellung für Zusatzförderungen erfordert Beratung. International Offices und Studienberatungen benötigen entsprechende Ressourcen.
Digitale Unterstützung:
Nicht alle Studierenden können während der Öffnungszeiten persönlich vorbeikommen. Digitale Informations- und Beratungsangebote schaffen Zugänglichkeit.
Begleitung während des Aufenthalts:
Auch während des Auslandsaufenthalts benötigen Studierende Unterstützung – bei fachlichen Fragen, bei der Anerkennung von Leistungen und bei persönlichen Herausforderungen.

KI-Tutoren als Baustein für mehr Chancengleichheit

Die Ergebnisse der DAAD-Umfrage verdeutlichen ein grundlegendes Muster: Studierende mit geringeren Chancen profitieren überproportional von niedrigschwelligen, jederzeit verfügbaren Unterstützungsangeboten. Genau hier setzen KI-gestützte Lernbegleiter an.

Ein KI-Tutor, der direkt in das Lernmanagementsystem integriert ist, kann Studierenden rund um die Uhr zur Verfügung stehen – unabhängig davon, ob sie tagsüber arbeiten, Kinder betreuen oder aufgrund einer Behinderung eingeschränkt mobil sind. Er kann proaktiv auf Fördermöglichkeiten hinweisen, bei der Vorbereitung auf Auslandsaufenthalte unterstützen und während des Aufenthalts als verlässlicher Ansprechpartner für fachliche Fragen dienen.

Für Hochschulen bedeutet das: Die Integration von KI-Tutoren in bestehende Moodle-Kurse kann ein wirksames Instrument sein, um die Reichweite von Beratungs- und Unterstützungsangeboten zu erhöhen. Studierende erhalten Informationen genau dann, wenn sie diese benötigen – und nicht nur während der Sprechzeiten des International Office.

Die Demokratisierung des Informationszugangs ist dabei kein Selbstzweck. Sie trägt dazu bei, dass Förderprogramme wie die Erasmus+ Top-Ups tatsächlich bei denjenigen ankommen, für die sie gedacht sind. Wenn 60 Prozent der Geförderten angeben, dass sie ohne die Zusatzförderung auf den Auslandsaufenthalt verzichtet hätten, zeigt das: Die richtigen Instrumente können Bildungsungleichheit wirksam reduzieren – vorausgesetzt, die Information darüber erreicht die Zielgruppe.

Fazit: Gezielte Förderung wirkt – wenn sie bekannt ist

Die DAAD-Umfrage liefert empirische Evidenz für das, was Bildungsverantwortliche längst vermuten: Finanzielle Zusatzförderung für Studierende mit geringeren Chancen ist ein wirksames Instrument zur Steigerung akademischer Mobilität. Die Top-Ups ermöglichen nicht nur mehr Auslandsaufenthalte, sie verbessern auch die Qualität dieser Aufenthalte, weil Studierende sich stärker auf Lernen und Entwicklung konzentrieren können. Für Hochschulen und Weiterbildungsanbieter ergibt sich daraus die Aufgabe, Informations- und Unterstützungsangebote so zu gestalten, dass sie alle Studierenden erreichen – unabhängig von deren Lebenssituation und zeitlichen Möglichkeiten.

Häufig gestellte Fragen

Was sind Erasmus+ Top-Ups und wer erhält sie?
Erasmus+ Top-Ups sind zusätzliche 250 Euro pro Monat für Studierende mit geringeren Chancen – konkret Erstakademiker:innen, Studierende mit Kindern, erwerbstätige Studierende sowie Studierende mit chronischer Erkrankung oder Behinderung. Die Mittel stammen aus dem Europäischen Sozialfonds+.
Wie wirksam sind die Erasmus+ Top-Ups laut DAAD-Umfrage?
Über 60 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich ohne die zusätzliche Förderung keinen Auslandsaufenthalt hätten leisten können. Knapp 70 Prozent konnten mit der Gesamtförderung den Großteil ihrer Auslandskosten decken.
Welche Rolle spielen Hochschulen bei der Unterstützung von Studierenden mit geringeren Chancen?
Hochschulen können durch gezielte Beratung, niedrigschwellige Informationsangebote und digitale Unterstützungssysteme dazu beitragen, dass förderfähige Studierende die verfügbaren Programme kennen und nutzen. Proaktive Ansprache ist entscheidend.
Wie können digitale Tools Studierende bei Auslandsaufenthalten unterstützen?
KI-gestützte Tutoren können Studierende individuell über Fördermöglichkeiten informieren, bei der Antragstellung unterstützen und während des Auslandsaufenthalts als 24/7-Lernbegleiter zur Verfügung stehen. So wird der Informationszugang demokratisiert.
Warum ist akademische Mobilität für den europäischen Arbeitsmarkt wichtig?
Internationale Erfahrungen fördern interkulturelle Kompetenzen, Sprachkenntnisse und berufliche Flexibilität. Diese Qualifikationen sind für den europäischen Arbeitsmarkt und das Führen vielfältiger Teams zunehmend unverzichtbar.

Entdecke, wie der Alphabees KI-Tutor deine Moodle-Kurse intelligent erweitert – mit 24/7 Lernunterstützung und ohne neue Infrastrukturkosten.